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Aus Anlass einer Diskussion mit einem Teilnehmer in einer Fortbildung stelle ich hier gerne mal meine Antwort auf die obige Frage zur Verfügung:

IMHO ist genau das eine der ganz großen Herausforderungen unserer Zeit, so langsam aber sicher einen Weg zu finden, die 'Sicherheit in der permanenten Unsicherheit' zu erkennen und zu einer erlebten Wirklichkeit zu machen.

Letztlich IST das ganze Leben unsicher.


Für die meisten endet es dann doch irgendwann mit dem Tod. Diese Erkenntnis (Eva ist schuld. Hätte sie damals besser nicht vom Baum der Erkenntnis genascht, so dürften wir jetzt alle noch im Paradies Zeit-loser Ewigkeit leben) hat im Verlaufe der psychischen Evolution zu immer einer immer größeren Konstruktion eines Erlebens von Getrenntheit geführt (gipfelt in Orange mit der 3. Person Perspektive: die Welt ist nur noch ein großes ES, dem ich als einsames ICH gegenüber stehe).
Dies ist verbunden mit der Illusion, 'uns die Erde Untertan' machen zu können und daraus Sicherheit gewinnen zu können. Oder dann doch zumindest dieses Sinn-lose Leben so lange es geht (und ohne allzu viel Rücksicht auf das ES) so hemmungslos konsumierend wie möglich leben zu können.

So langsam (ab Grün) dämmert es uns aber, dass das in letzter Konsequenz wohl nicht so recht funktioniert. Wobei hier immer noch ein Perspektiven-Problem vorherrscht. Die im Prinzip ja zutreffende Aussage: "Wir (Menschen) entziehen uns gerade unserer Lebensgrundlage (Natur)" beinhaltetet immer noch ein Perspektiven-Problem: da sind auf der einen Seite 'Wir' und auf der anderen Seite 'die Natur'.

 

Erst wenn es uns wirklich gelingt, diese (perspektivische) Trennung zu überwinden, und uns ALS 'diese Natur' (oder 'evolutionärer Prozess' oder wie auch immer wir das Unnennbare nennen wollen) zu erkennen und zu (er-)leben, erst dann werden wir 'wieder zu Hause' (im Paradies?) sein und die diesem grenzenlosen Geschehen inhärente allgegenwärtige Sicherheit erleben können. 

 

'Wo ein Anderes ist, da ist auch Angst' (aus den Upanishaden).

Diese (durch die Errungenschaft des perspektivischen Erkennens selbst konstruierte) Trennung in 'Ich' und 'Anderes' gilt es zu überwinden. Aber durch eine Weiterentwicklung im Sinne des 'Einschließen und Transzendieren', sicher nicht durch Regression.

Jean Gebser nennt das 'aperspektivische Partizipation'. In meinen Worten: die ungetrennte, bewusst aktive Teilhabe an diesem Prozess als dieser Prozess vermittelt durch mein Sein. Oder in einem mehr buddhistischen Jargon: das Handeln als und aus einem nondualen Zustand. Oder integral: das Einssein tiefster Bewusstseinszustände mit höchsten Bewusstseins-Strukturebenen.

 

 

Ob und welche anderen Entscheidungen wir dann treffen werden und welche Konsequenzen das haben wird, wer will das wissen? 😇

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